Respekt Herr Waltz
März 8th, 2010Ehrlich gesagt interessiere ich mich nicht für Filmfestivals und ihre palmigen, bärigen und oscarigen Auszeichnungen, dazu bin ich viel zu wenig Cineast und kann eigentlich nicht mitreden. Ich schaffe es ja noch nicht mal, mir die wichtigen Premieren der Saison anzuschauen. Trotzdem will ich einige Anmerkungen zur Nacht der Goldjungs machen:
Ich habe den Rummel um die Filme von Quentin Tarantino nie nachvollziehen können, sie sprechen mich nicht übermäßig an. Weder würde ich Pulp Fiction als Kultfilm bezeichnen, noch konnten mich Machwerke wie From Dusk Till Dawn, Jackie Brown, Sin City oder Kill Bill wirklich beeindrucken. Mir fehlt da das Talent zur Bewunderung für plakative Übersteigerung und die typische Hemdsärmeligkeit dieses Filmemachers. Die zahlreichen Anspielungen auf andere Regisseure und Filme bekomme ich meistens nicht mit, da fehlt es eben am Hintergrund.
Genau so geht es mir auch mit Inglorious Basterds. Nicht dass ich fände, dass man sich dem Thema Nazi-Diktatur auf diese Art nicht nähern dürfte, das ist schon in Ordnung. Außerdem muss ich zugeben, dass der Film genial besetzt ist. Sogar Brad Pitt, den ich bis auf wenige Ausnahmen (Kalifornia, A River Runs Through It, Seven) immer ziemlich furchtbar finde (Troy, 12 Monkeys, Seven Years in Tibet), liefert eine beeindruckende Leistung ab. Ich finde einfach, dass der Film keinen inneren Zusammenhang hat, keinen Spannungsbogen. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich komme mit der von Tarantino stets bis zum Exzess ausgelebten Vorschlaghammermethode einfach nicht klar. Es ist bestimmt ein begnadeter Provokateur, aber ein lausiger Geschichtenerzähler und ein miserabler Dramaturg.
Dass der Film trotzdem sehenswert ist, liegt an Christoph Waltz. Seine Verkörperung von Landa ist subtil, gekonnt und einfach großartig. Von da her gönne ich ihm seinen Oscar von Herzen, er hat ihn wirklich verdient.
Wir wollen mal großzügig darüber hinwegsehen, dass in der zum Teil extrem peinlichen Berichterstattung über die Oscarverleihung Waltz durchweg als “deutschsprachiger” Schauspieler bezeichnet wird. Da fühlt man sich an Jan Ullrich erinnert, der zur Zeit seiner großen Erfolge immer ein “Deutscher” war, später dann aber ein “Rostocker”. Ja, so sind die Schreiberlinge.
Note to self: Strampeln, immer schön strampeln. Musik: Muse, Nada Surf, My Morning Jacket.















